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Soziale Netzwerke am Arbeitsplatz? Für mich ist das aus gegebenen Umständen natürlich eine eher rhetorische Frage. Für viele Arbeitgeber und ‑nehmer allerdings ein wichtiges, wie spannendes Thema, das auch in Zukunft relevant bleiben wird. Neben Business-Netzwerken wie Xing und LinkedIn, auf denen der Job von vornherein im Mittelpunkt steht, ist es schon längst Gang und Gebe sich auch auf anderen Plattformen über die Arbeit, die Firma oder ähnliche Themen auszutauschen. Umso wichtiger sind daher Leitlinien, die den Mitarbeitern im richtigen Umgang mit Social Media in Bezug auf ihr Unternehmen helfen. Daher verzichte ich heute auf den besonderen Spannungsbogen des Artikels und beantworte die oben gestellte Frage nicht am Ende, sondern einfach direkt zu Beginn und sage: Social Media Guidelines? Ja!

Doch was genau sind Inhalte solcher Richtlinien und warum sind sie sowohl für Unternehmen, als auf für die Mitarbeiter so wichtig? An dieser Stelle sei anhand drei ausgewählter Themen einmal kurz zusammengefasst, warum Guidelines zu einer erfolgreichen Social Media Strategie dazugehören:

Aufklärung & Information: Welche Chancen, welche Risiken birgen soziale Netzwerke? Guidelines klären auf und sensibilisieren Arbeitnehmer im Umgang mit Facebook und Co. Auch rechtliche Grundlagen werden hier angesprochen und einheitlich geregelt. Somit können nicht nur Fehler und Probleme im Rahmen der Online-Kommunikation von Anfang an vermieden, sondern den Mitarbeitern gleichzeitig ein gutes und sicheres Gefühl im Umgang mit sozialen Medien geboten werden.

Online-Reputation: Im Social Web wird man in der Regel nicht nur als Privatperson, sondern immer häufiger auch als Mitarbeiter und somit Repräsentant eines Unternehmens wahrgenommen – auch wenn man sich in seinen privaten Profilen zu einem Sachverhalt (mehr oder weniger öffentlich) äußert. Jeder Mitarbeiter ist somit nicht nur User, sondern auch ein wertvoller Markenbotschafter. Konkrete Handlungsempfehlungen für das mediale Verhalten im Netz sind daher ein wichtiges Steuerungselement einer unternehmerischen Social Media Strategie. Die Richtlinien dienen in diesem Zusammenhang zur klassischen Orientierung und helfen Mitarbeitern und Führungskräften den Rahmen der privaten und beruflichen Kommunikation in sozialen Netzwerken in Bezug auf die Arbeitgebermarke abzustecken. Letztlich wollen Social Media Guidelines aufzeigen, wie sich das Unternehmen im Social Web präsentieren und positionieren möchte. Mithilfe dieses „Wegweisers” kann man die eigenen Mitarbeiter motivieren, den Weg gemeinsam zu gehen.

Arbeitszeit: Social Media am Arbeitsplatz erlauben? Ja oder nein? Diese Frage stellen sich nach wie vor viele Unternehmer. Soziale Netzwerke können, wenn sie keine unternehmerischen Ziele verfolgen, zu einem richtigen Zeitfresser für Mitarbeiter werden. Des Rätsels Lösung liegt auch hier wieder in klar formulierten Guidelines. Hier können bspw. Regeln für die Nutzungsdauer und den Datenschutz definiert und kommuniziert werden.

Übrigens: Auf die Frage, ob man den Chef oder die Chefin als Facebook-Freund hinzufügen sollte, gibt es keine allgemeine Antwort. Nach einer Umfrage von 2012 unter verschiedenen Arbeitnehmern, würden 36% der Befragten ihren Chef auf keinen Fall als Freund hinzufügen und nur 2% der Mitarbeiter haben selbst eine Freundschaftsanfrage an den Vorgesetzten verschickt. Es kommt letztlich also immer auf die individuellen Gegebenheiten im Unternehmen an.

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Abschließend gibt es hier noch meine beiden persönlichen Lieblings-Beispiele, wenn es um die Heranführung der Mitarbeiter an Social Media Guidelines geht. Sowohl die Fraunhofer-Gesellschaft, als auch die Generali-Versicherung haben sich dabei für ein Video entschieden. Anschauen lohnt sich.

Mona Amon