…wohl kaum, um es vorwegzunehmen. Dennoch unternehmen die VZ-Netzwerke alles, was möglich ist, um der Bedeutungslosigkeit ein Schnippchen zu schlagen. Dabei scheut man offenbar keine technischen und designerischen Mühen, um dem Patienten neues Leben einzuhauchen.

Mehr als ein Jahr wurde der Relaunch vorbereitet – zugegeben, ein halber Relaunch. Denn in den nächsten drei Quartalen sollen die verbleibenden Nutzer kräftig Vorschläge einreichen, um am Redesign mitzuarbeiten und konstruktiven Input liefern.

Ob es damit gelingt, die verbliebenen Mitglieder zu halten, bleibt allerdings abzuwarten. Wenn, dann werden neue Mitglieder wohl am Ehesten im schülerVZ gewonnen werden können. Als Nische, wie es die VZ-Lenker um Clemens Riedl propagieren, taugt das studiVZ nicht. Facebook hat dem alten Mann studiVZ schon vor mindestens zwei Jahren den Rang abgelaufen. Der Grund ist ganz einfach: Wohl kaum ein Lebensabschnitt ist heute so international geprägt wie das Studium. Rechnen wir jetzt noch die Urlaubsbekanntschaften hinzu, führt der direkte Weg eines jeden Studenten zu Facebook. Zusätzlich angetrieben wird diese Verlagerung natürlich noch durch die allgegenwärtige Medienpäsenz von Facebook. Letztlich war die Gründung der VZ-Auftritte ja auch durch Facebook inspiriert.

Doch zurück zu den Innovationen auf der Plattform selbst, die sich jetzt stärker an den Nutzern orientieren möchte und eine nach Interessen gebündelte Kommunikationsplattform sein will. Zu diesem Zweck sind eigene Tools entwickelt worden, die sich am Lebensalltag der Mitglieder orientieren. Beispielsweise ist für Schüler ein Klassenraum verfügbar, der sich zum Austausch von Dokumenten eignet. Pendants stehen auch im freundeVZ (Organisation des Nachtlebens) und studiVZ (Organisation des Hochschulalltags) bereit. Jenseits davon werden auch in Zukunft alle Kernmarken erhalten bleiben; lediglich meinVZ wird in freundeVZ umbenannt. Ein weiteres Merkmal des Relaunches ist, dass die User wirklich in den Prozess einbezogen werden. Zum einen soll dadurch die Identifikation mit der Plattform gestärkt, zum anderen der Innovationspool vergrößert werden.

Das Zeitfenster für den Relaunch reicht dabei bis ins 2. Quartal 2012. Ob VZ da nicht etwas mehr Tempo vorlegen sollte, wird die Entwicklung der Mitgliedszahlen zeigen. Böse Zungen würden wohl sagen: Hoffentlich stagnieren sie, denn – ähnlich wie bei Fussballstadien in der Bauphase – verströmen halbleere Social Networks nicht gerade eine symphatische, anziehende Atmosphäre.

Wie und wann der Relaunch abgeschlossen wird, birgt wahrscheinlich noch einige Überraschungen. Bis jetzt konnten wir allerdings keine Veränderungen beobachten, die als Meilenstein gelten könnten. Wir bleiben dran und werden, sollte es wirklich einen Blogpost wert sein, darüber berichten. Übrigens, im Juni 2011 konnten die VZ-Netzwerke noch 8,58 Mio. Unique User verzeichnen.