Wer kennt das nicht? Man muss irgendetwas auswendig lernen, schreibt es sich auf Karteikarten, von denen man nach kurzer Zeit die Hälfte schon verloren hat, oder die im passenden Moment ja doch nicht griffbereit sind. Noch dazu kostet das Schreiben der Karten meistens mehr Zeit, als das Auswendiglernen selber. Wie praktisch wäre es also, wenn man seinen Lernstoff einfach jederzeit über das Smartphone abrufen könnte – genau hiermit setzt sich unser Platz 3 vom Nachwuchspreis Neue Medien 2013 auseinander.

Zugegeben: Mit Käferkunde haben wir uns bisher eher selten beschäftigt. So wussten wir auch nicht, dass es weltweit über 350.000 verschiedene Käferarten gibt, davon allein ca. 6500 in Deutschland. Nadine Weiberg und ihr Team Fovea – bestehend aus Manfred Ide und Christopher Herbon – haben uns mit ihrem Beitrag zum Nachwuchspreis eines Besseren belehrt. Käferkunde ist eine App, die alle Informationen in einer Anwendung bündelt, was die alltägliche Arbeit eines Forstwirtschaftlers erleichtert und Naturkunde-Interessierten spannende Einblicke in die Käferkunde bietet.

Die App, mit der man nicht nur die unterschiedlichen Käferarten lernen kann, sondern die auch als interaktives Nachschlagewerk dient, wurde von Nadine im Rahmen ihrer Bachelorarbeit an der HWK Hildesheim konzipiert und gestaltet. Läuft einem einmal ein kleiner Käfer über den Weg, ist ein Foto schnell geschossen und der Käfer der interaktiven Karte der App zugeordnet, sodass alle Nutzer auf Fundort und Foto zugreifen können.

Genug Gründe also, die Käferkunde-App mit einem Nachwuchspreis zu prämieren, denn sie überzeugt nicht nur durch ihr gelungenes Design, sondern auch durch ihren nutzerfreundlichen Aufbau. So wird hierin ein komplexes Thema mit reichlich Informationen gut strukturiert und organisiert. Die App ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie man neue Medien für effizientes Lern- und Wissenmanagement einsetzen kann. Auch eine Übertragung auf andere Themenbereiche wäre sicherlich spannend.

Wir werden bei unserem nächsten Spaziergang durch Aachen und Umgebung jedenfalls einmal die Augen offen halten. Vielleicht finden wir ja den ein oder anderen Käfer, den wir Dank der App dann demnächst auch mit Namen ansprechen können. Wir wünschen Nadine und ihrem Team weiterhin viel Erfolg bei der Realisierung ihrer spannenden Projekte.