Gestern hat Facebook  – wohl als Antwort auf Google+  – den Facebook Videochat vorgestellt. Unter der URL www.facebook.com/videocalling gelingt der Einstieg in Facebooks Plappersoftware kinderleicht; hier findet man eine kurze Anleitung, um den Videochat direkt nutzen zu können.

Sicher ist der in Zusammenarbeit mit Skype entstandene Service eine nette Erweiterung für alle Facebook-Nutzer; ob er aber etwas fantastisches darstellt, wie Facebook CEO Zuckerberg es vieldeutig formuliert hat, ist hingegen fraglich. Dem durchschnittlichen Surfer werden zahllose Alternativen für Facebooks Videochat bekannt sein, wahrscheinlich tummelt er sich sogar parallel bei Skype. Außerdem hat das kürzlich gestartete Google+ Netzwerk einen solchen Chat (Hangouts), der es ermöglicht mit bis zu 10 Usern eine Videokonferenz zu schalten, schon seit seinem Start integriert (Facebook erlaubt hier nur eine Unterhaltung von zwei Personen). Auch der Zeitpunkt der Einführung einer solch „fantastischen“ technischen Neuerung macht stutzig. Warum wurde dieser Dienst im Umfeld des Launches von Google+  in der typischen Apple-Manier ungewöhnlich vielsagend angekündigt? Etwa um die mediale Aufmerksamkeit dieser Woche von Google+ auf Facebook zu lenken?

Letztlich wird der Videochat Facebook noch besser machen und manchem Konkurrent auf dem Gebiet der Videotelefonie Probleme bereiten. Schon heute ist Facebook eine der meistebesuchten Websites weltweit – und das Videotelefonat damit nur einen Klick entfernt.