Direkte Interaktion mit Fans & Followern ist gerade über Twitter sehr schnell auf die Beine zu stellen. Meist geschieht dies aktuell in sogenannten Twitterviews, also Fragerunden bzw. Q&A über Twitter. Dazu wird ein bestimmtes Hashtag festgelegt, mit dem jeder Nutzer seine Frage an den Interviewten versehen soll. Dieses Hashtag wird vom Empfänger gemonitort und den einzelnen Usern dann direkt geantwortet. Sehr aktiv ist beispielsweise der Fußballverein Werder Bremen, der über seinen offiziellen Twitterkanal so Fans direkt mit Spielern verbindet.

Wer schon einmal teilgenommen hat, hat wahrscheinlich ambivalente Erfahrungen gemacht. Oft hat man das Gefühl, dass die eigene Frage verloren geht, je nachdem wie viele Leute sich beteiligen. Auch gibt es keine wirkliche Dialogsituation: Frage, Antwort, der Nächste bitte. Andererseits freut man sich natürlich, wenn man eine Antwort bekommt, denn wann sonst könnte man schon mit einem bestimmten Künstler/Sportler/Unternehmenschef direkt sprechen?

Eine neue Plattform versucht nun, diese in der Timeline dann doch oft unübersichtliche Form des Interviews neu zu organisieren und mehr Dialoge in Echtzeit zu ermöglichen. Über seinen Twitter-Account kann man sich bei Flawk einloggen. Nach der Anmeldung gibt es nun die Möglichkeit, an einem laufenden Flawk – also einem Interview, das gerade jemand anderes gibt – teilzunehmen. Oder man startet seinen eigenen Kanal und lädt andere Twitteruser dazu ein, sodass man selbst zum Interviewten wird. Ein Chat One-to-Many sozusagen, mit der zusätzlichen Möglichkeit, Einzelgespräche zu führen, die über die übliche Frage-Antwort-Ende Situation hinausgehen.

Über die Visualisierung lässt sich sicherlich streiten, der Comicstil ist nicht jedermanns Sache und lässt ein wenig Seriosität vermissen. Dennoch ist der Ansatz von Flawk sehr interessant und könnte sich weiterentwickeln lassen, sodass auch Chats und Interviews von größeren Unternehmen durchaus denkbar wären. Die Einbindung von Videos oder Fotos zu Promozwecken könnte genutzt werden, um ein schnelles Feedback von Followern einzuholen, ohne direkt eine große Marktforschung anzustellen. Bleibt abzuwarten, ob sich auch größere Player am Tool ausprobieren, oder ob Interviews lieber weiter direkt über Twitter geführt werden. Ein Versuch kann jedenfalls nicht schaden. Mehr zu Flawk gibt es auf den eigenen Kanälen hier und hier.