Die Twitter-Erfinder haben nicht nur das neue Publishing-Tool „Medium“ gelauncht, über das wir bereits gebloggt haben, sondern warten mit einer weiteren „Revolution“ auf: „Branch“ soll Gespräche im Internet ermöglichen, die über die begrenzte Zeichenanzahl bei Twitter hinausgeht.

Dazu benötigt man keinen gesonderten Account, sondern startet von einem Tweet aus einen Branch (engl. „Zweig“,“Ast“) und lädt andere zum Gespräch ein. So soll eine intimere Atmosphäre entstehen, in der ein bestimmtes Thema im Mittelpunkt steht – der Dialog bleibt jedoch öffentlich. Es geht wohl weniger um die Exklusivität, als um die Konzentration auf einen Aspekt, also eine Art Filter für die unüberschaubare Menge an Informationsaustausch im Web 2.0. Der Branch kann zusätzlich mit Fotos, Videos und Links angereichtert und per Twitter verlinkt oder in eine Seite eingebettet werden.

Das Internet bestehe bislang hauptsächlich aus Monologen in Form von Blogs, Posts und Artikeln, erläutern die Erfinder. Nun soll es möglich werden, unkompliziert in Gespräche einzutauchen, „die die Intimität eines Tischgesprächs mit der Stärke des Internets verbinden“.

Branch ist zwar schon eine Zeit lang online, bislang benötigt man jedoch noch eine Einladung, um die Beta-Version nutzen zu können. Der Twitterkanal des Tools hat bereits fast 20.000 Follower (Stand: 17.08.2012) und wahrscheinlich ebenso viele Anfragen nach Einladungen.

Ähnlich wie bei „Medium“, das auf Twitter bereits nach nur 4 Tweets über 60.000 Follower gesammelt hat (Stand: 17.08.2012), gibt es ein reges Interesse am neuen Format „Branch“. Was natürlich zunächst den Anschein erweckt, als hätte eine große Zahl von Usern nur darauf gewartet. Ob sich die Anwendung durchsetzen und die hochgesteckten Ziele erfüllen wird, wird sich zeigen. Eines ist jedoch offensichtlich: Die Gestaltungsideen für Kommunikation im Web 2.0 sind noch längst nicht erschöpft.