Von den einen geliebt, von den anderen verteufelt: Listen. Aber seien wir mal ehrlich, ob Einkaufsliste, To-do-Liste oder die Wunschliste auf Amazon – praktisch sind sie schon. Aber in diesem Artikel soll es nicht um die kleinen Helferlein im Alltag gehen, sondern um einen neuen Trend im Online-Journalismus – sozusagen um einen Abkömmling der klassischen Liste – mit dem pfiffig klingenden Namen Listical.

Listical – das setzt sich zusammen aus list und article und bezeichnet in der Regel eine kommentierte Aufzählung von beispielsweise Bildern oder kurzen Videosequenzen. Diese „Listen“ werden anschließend als Artikel auf einer Webseite veröffentlicht. Der bekannteste Vertreter dieser Publikationsform ist mit Sicherheit die amerikanische Newssite Buzzfeed. Dort findet man täglich verschiedene Listicals, so zum Beispiel aktuell hier, hier und hier. Buzzfeed ist damit nicht nur enorm erfolgreich, Listicals sind fast zu einem Markenzeichen der Seite geworden.

Doch warum sind diese Auflistungen eigentlich so besonders beliebt? Das lässt sich vielleicht damit begründen, dass Listicals sehr dankbarer Content sind und das in zweierlei Hinsicht: Amüsante, unterhaltende und softe Themen eignen sich besonders gut für diese Listen und können von den Usern dementsprechend leicht konsumiert werden. Eine ansprechende Aufmachung und der Mix von verschiedenen multimedialen Elementen unterstützen diesen Effekt. Listicals werden einfach gerne angeklickt. Aber auch aus redaktioneller Sicht gestalten sie sich als besonders günstige Inhalte. Das liegt daran, dass die einzelnen Bestandteile in der Regel nicht komplett selbst produziert werden müssen, sondern bereits vorhandenes Material einfach neu zusammengestellt werden kann. Es handelt sich also um kuratierten Content. Hinzu kommt, dass Listicals für virales Marketing geradezu geschaffen sind. Schließlich lassen sie sich hervorragend kommentieren oder den eigenen Freunden in sozialen Netzwerken weiterempfehlen.

Auch auf deutschen Seiten im Social Web trifft man immer häufiger auf Listicals, auch wenn traditionelle Medien von diesem Format noch nicht wirklich überzeugt scheinen. Vielleicht wird sich das aber auch bald ändern. So kündigte Buzzfeed erst kürzlich an, demnächst mit einer eigenen deutschen Seite starten zu wollen. Wir sind uns ganz sicher, dass es dann auch hier noch mehr Listical-Fans geben wird.