„Winter is coming…“ – das ist das Motto der US-amerikanischen TV-Serie Game of Thrones, in der sich die Hauptfiguren einen heftigen Kampf um den Thron der sieben Königreiche liefern. Auch in der Welt des Social Webs bleibt es nach wie vor spannend, wenn es um den Titel geht. Gerade zwischen Facebook und Google Plus, die jeder ein ähnliches Territorium für sich beanspruchen, wird es eigentlich nie langweilig.

Aber um noch einmal auf Game of Thrones zurück zu kommen: Erst kürzlich berichtete heise.online darüber, dass Facebook im ersten Quartal 2013 einen nicht unerheblichen Rückgang von Usern in der Altersgruppe zwischen 18 und 34 Jahren verzeichnen musste. Bricht also nun der Winter über Facebook herein? Wohl kaum, denn wenn man allein nach den Nutzerzahlen geht, kann Facebook ganz klar die Krone für sich beanspruchen. Hier sind es aktuell ca. 1, 11 Milliarden Anhänger. Google Plus darf sich dagegen gerade über die Hälfte an Gefolgsleuten freuen. Warum also überhaupt die Diskussion über The King Of Social Network eröffnen, wenn die Sache doch klar entschieden scheint? Ganz einfach, weil ich finde, dass Google Plus sich als möglicher Thronfolger gar nicht mal so schlecht macht.

Und warum finde ich das? Nun, zunächst wären da das schicke Design und die sehr nutzerfreundliche Bedienoberfläche. Seit dem Relaunch im März diesen Jahres präsentiert sich Google Plus im mehrspaltigen Layout, das kompatibel zu allen Bildschirmgrößen ist. Durch die neue, individuelle Ansicht erscheinen Fotos und Posts in bis zu drei Spalten, was das Netzwerk nicht nur schöner, sondern auch übersichtlicher macht. Google legt den Fokus klar auf Visualität und hat seine Fotofunktionen deutlich ausgebaut. So wird zum Beispiel versucht herauszufinden, welche Fotos wir besonders mögen, um diese stärker hervorzuheben. Zudem gibt es jetzt eine automatische Hashtag-Funktion, die anhand der Beiträge die passenden Hashtags findet.

Daneben überzeugt mich vor allem die grundsätzliche Handhabe des Netzwerks, wie beispielsweise , dass Beziehungen einseitig sein können, sowie die Einteilung seiner Kontakte in die sogenannten Circles, was es möglich macht, verschiedene Informationen mit bestimmten Kreisen zu teilen. Vielleicht ist das für einige nur ein netter Nebeneffekt, aber für mich sind es die Kleinigkeiten, die entscheiden, wer letztlich das Zepter in der Hand hält. Ein Beispiel: Möchte ich einen Link auf meiner Google Plus-Seite teilen, gibt es einen extra dafür vorgefertigten Button, mit dem sich alles problemlos handhaben lässt. Bei Facebook muss ich den Link zunächst einfügen, warten bis er eingebunden ist, um ihn dann wieder zu löschen.

Was Google Plus jedoch abgesehen von Design und Funktionen für mich so interessant macht, ist der besondere Mehrwert der dem Nutzer hier geboten wird. Während man sich auf Facebook noch weitgehend in bekannten Gefilden bewegt, also hauptsächlich mit Usern agiert, die man auch im wirklichen Leben kennt, tritt man auf Google Plus schneller und vor allem leichter aus seinem gewohnten Umfeld heraus. Die Hemmschwelle, sich mit ‚fremden‘ Menschen zu vernetzen, ist ähnlich wie auf Twitter deutlich niedriger als auf Facebook. Hier erfolgt die Verknüpfung hauptsächlich über die Inhalte, sprich über Interessen, Orte oder Dinge. Unterstützt wird dies durch die Möglichkeit, Posts öffentlich zu teilen und diese durch Hashtags zu kategorisieren. Immer weider schlagen einige User ihre Circles auch öffentlich vor. Ein Blick lohnt sich, da man oft spannende neue Kontakte zum Austausch findet.

Letztlich bleibt es Geschmackssache, in welchem sozialen Netzwerk man lieber seine Zeit verbringt. Und eigentlich muss man sich ja gar nicht entscheiden. Bei Game of Thrones kann man schließlich auch die Starks gut finden und gleichzeitig Fan von Daenerys Targaryen sein. Vielleicht wird Google Plus auch niemals König sein, aber Kronprinz ist doch auch ein schöner Titel.

Mona Amon