Der Hype um das Internet-Phänomen #thedress zeigt nur zu gut, wie Realtime Marketing funktioniert. Wir alle werden uns vermutlich im letzten Monat gefragt haben, ob das Kleid nun weiß-gold oder blau-schwarz ist. Tausende Tweets gingen um die Welt. Auch internationale Marken wie Audi, Ferrero oder United Airlines griffen den Trend auf und verbreiteten eigene Bilder unter dem Hashtag #thedress.

Gerade solche Reaktionen auf aktuelle Internet-Phänomene sind eine gute Gelegenheit, sich als Unternehmen ins Gespräch zu bringen. Eine Technik, die sich gerade bei US-amerikanischen Werbetreibenden schon etabliert hat. Sie nutzen virale Inhalte, um auch auf ihre eigenen Produkte aufmerksam zu machen. Mithilfe des sog. Newsjacking, also dem Injizieren einer eigenen Botschaft in aktuelle Nachrichtenströme, können Marken unmittelbar von der aktuellen Aufmerksamkeit profitieren. Nissan UK hat z.B. nur sieben Minuten nach der Verkündung der zweiten Schwangerschaft von Catherine, Herzogin von Cambridge, einen Tweet dazu veröffentlicht.

Doch in Deutschland gehen Unternehmen noch zögerlich mit aktuellen Entwicklungen in sozialen Netzwerken um. Werden Internet-Trends hierzulande schlichtweg verschlafen? Nicht selten müssen kleinste Posts bis zur Geschäftsführung weitergegeben und abgesegnet werden. Gerade solche Prozesse verschlingen unnötig viel Zeit und verhindern spontane Reaktionen. Mit dieser Herangehensweise kann der Trend schon fast wieder vorüber sein.

Warum sollten Unternehmen Trends (ver-)folgen?

Einen Blick für aktuelle Trends und Hypes zu haben, bedeutet Chancen zu nutzen und vom Community-Buzz zu profitieren. Erreicht man durch seine Tweets, Posts & Co. die richtigen Multiplikatoren und finden sie den Beitrag amüsant bzw. kreativ, wird er weiter verbreitet. Humoristische Anspielungen auf Internet-Phänomene schaffen also letztlich eine höhere Marken-Awareness und zahlen aufs Image ein.

Wie behält man die Trends im Blick?

Die Zeit für das Beobachten von Twitter, Blogs, Livetickern, Presseportalen und Nachrichtenagenturen sollte man sich nehmen. Aber zu viele Rückmeldeschleifen und Vorbereitungen können aufhalten. Die Balance ist wichtig: Auch zu vorschnelle Reaktionen können nach hinten losgehen. Wer sich nicht informiert, was hinter einem aktuellen Trend bzw. einem Hashtag steckt, kann sich nicht entsprechend in Szene setzen und läuft Gefahr, negatives Feedback zu empfangen.

Unser Beispiel: #socialjungs und #socialmaedchen kochte vor zwei Wochen auf Twitter hoch und sorgte für allerhand Erheiterung. User schrieben 140 Zeichen lange Liebesgeschichten mit Social Media Bezug. Eine tiefere Message? Nein, die gibt es bei #socialjungs und #socialmaedchen wohl nicht. Aber das ist auch nicht weiter tragisch. Denn kreativ, humorvoll und unterhaltsam zu sein, reicht vollkommen aus. Auch für Unternehmen.

Mehr Mut!

Natürlich muss man nicht jedem Trend folgen. Im Idealfall findet man Stichworte, die sich mit ein bisschen Kreativität auch auf das eigene Unternehmen bzw. die eigene Marke übertragen lassen. In diesem Sinne: