Nachdem wir im letzten Beitrag den 1.FC Köln als Best Practice Beispiel gelobt haben, gilt es nun auch einen Blick ans Ende der Web 2.0-Tabelle zu werfen. Hier findet sich nach unserer Meinung der FSV Mainz 05 wieder, bei dem sich die Social Media Aktivitäten (noch) in engen Grenzen bewegen. Fanpotenzial und -kontakt könnte hier durch intensiveres Netzwerken deutlich ausgebaut werden, zumal das Netzwerken im Wesen eines Karnevalsvereins liegt.

Zunächst haben wir uns die Homepage des Clubs angesehen. Es fällt auf, dass lediglich auf der Startseite ein kleiner “Gefällt mir”-Button zu finden ist. Ansonsten sucht man vergeblich nach Social Media Plugins. Da es sowohl eine offizielle Facebook-Seite als auch einen Twitter-Account des Vereins gibt, fragen wir uns natürlich: Warum wird darauf verzichtet, diese Kanäle offensiver zu promoten?

So verwundert es dann auch nicht, dass der Twitter-Account mit 3.600 Followern im Bundesligavergleich eher schlecht abschneidet, genau wie die Facebook-Präsenz mit etwas über 41.100 Fans. Die Seite verfügt über keine Landing-Page, mit der der Erstbesucher zum “Gefällt mir” Klick bewogen werden könnte. Auch das gewählte Profilbild macht keinen besonders professionellen Eindruck, da es sich einfach um drei untereinandergesetzte Fotos handelt. Im Reiter Info finden sich Kontaktdaten und weitere Links, allerdings wiederum ohne den Verweis auf Twitter. Der Veranstaltungskalender beschränkt sich auf die Bundesligaspiele, genau wie die Rubrik Fotos, in der ansonsten hauptsächlich ein unsortiertes Album mit Pinnwand-Fotos zu finden ist. Im Video-Bereich sind vor allem ca. einminütige Interviews mit Spielern und dem Trainer zu finden, jeweils mit einem kurzen Kommentar versehen.

Jenseits davon wird nicht viel geboten, was dem Fan Anlass geben könnte, auch über Facebook seinem Verein ein Stückchen näher zu kommen. Die Posting-Frequenz ist in Ordnung, der Rücklauf in Form von Kommentaren und Likes im Gegensatz zu vielen anderen Vereinen aber sehr gering. Spezielle Aktionen für Facebook-Fans sucht man vergeblich. Übrigens fehlt ein offizieller YouTube-Kanal des Vereins, der bei allen großen Bundesligisten Standard ist. Hier beschränkt man sich auf das hauseigene (und teilweise kostenpflichtige) Mainz05 TV; eine Orientierung an den Nutzergewohnheiten wäre sicherlich wünschenswert. Lediglich ein Kanal des neuen Stadions ist eingerichtet worden, allerdings spricht auch hier der Stand von mageren 74 Abonnenten Bände.

Zusammenfassend müssen wir dem FSV Mainz 05 in Bezug auf seine Social Media Aktivitäten leider die sprichwörtliche rote Laterne zuweisen. Die Möglichkeit zu einem schnellen, direkten Austausch mit den Fans via Web 2.0 wurde vom Verein zwar erkannt, von einer effektiven Nutzung sozialer Netzwerke ist aber (noch) keinesfalls zu sprechen.