Der durchschnittliche Facebook-User ist 29,7 Jahre alt und hat 130 Freunde. Ganz ehrlich: Aus dieser Statistik falle ich leider raus (es sind deutlich mehr). Aber wie beliebt ist das größte soziale Netzwerk überhaupt bei seinen Nutzern? Und wie schlagen sich im Vergleich dazu andere Plattformen?

Schon seit 1995 erhebt der American Customer Satisfaction Index (ACSI) durch Umfragen die Zufriedenheit von 70.000 Nutzern mit verschiedenen Branchen. Diese Ergebnisse werden dann durch ein ökonometrisches Modell in ein Punktesystem umgewandelt um Vergleichswerte zu erhalten. Seit 2010 wird auch die Beliebtheit von Social Media abgefragt – mit traurigen Ergebnissen. Schon im allgemeinen Ranking liegen Social Media mit 69 von 100 Punkten abgeschlagen auf einem hinteren Rang und haben zum Vorjahr sogar einen Punkt verloren. Schaut man sich die Kategorie “Internet Social Media” dann genauer an, findet man Facebook sogar auf einem enttäuschenden letzten Platz. Mit 61/100 Punkten muss das soziale Netzwerk einen Einbruch von -7,6% zum Vorjahr verzeichnen. Nichtsdestotrotz erfreut sich das Netzwerk noch immer intensiver Nutzung und nunmehr 1 Milliarde aktiver User. So stellt sich die Frage: Wieso ist Facebook trotzdem so unbeliebt? Haben wir es gar mit einem Imageproblem zu tun? Aktuell sichert sich die Plattform (noch) ein gewisses Monopol: “Wie, du bist nicht bei Facebook?“. Für viele gehört es mittlerweile zum Alltag, weshalb die Zahl der User auch jetzt noch stetig steigt und die Nutzung weiterhin konstant hoch bleibt. Doch sinkt die Beliebtheit bei den Nutzern u.a. durch unübersichtliche Datenverwendungsrichtlinien, Änderungen der Privatsphäre-Bestimmungen, schlecht platzierte Werbung oder falsch durchgeführte Gewinnspiele.

Deutlich attraktiver positioniert sich offenbar Google+. Das soziale Netzwerk von Google teilt sich mit 78/100 Punkten den ersten Platz mit Wikipedia, dicht gefolgt von YouTube. Ob sich Google+ auch weiterhin auf dem ersten Rang halten kann, bleibt zunächst abzuwarten. Immerhin wird hier aktuell noch auf Werbung verzichtet und die Usergemeinde besteht eher aus Vielnutzern, die die Funktionen entsprechend positiv bewerten.

Ich persönlich bin noch immer Fan von Facebook und das werde ich vermutlich auch noch eine Weile bleiben, auch wenn (oder gerade weil?) ich nicht, wie der durchschnittliche Facebook-User, 7 Stunden im Monat auf Facebook verbringe (es sind deutlich mehr). Nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass ich mir über Datenschutz, Anwendungseinstellungen und Richtlinien bewusst bin.

 

Nadine Christine Hermanns