Meine Zeit als Studentin an der RWTH neigt sich dem Ende. Scheinfrei bin ich bereits. Jetzt gilt es nur noch die letzte große Herausforderung zu meistern: die Masterarbeit. Da ich diese im Fach Kommunikationswissenschaft schreibe, habe ich thematisch betrachtet die Qual der Wahl: von Sprachkritik, Technikkommunikation, Human-Computer-Interaktion bis hin zu Textlinguistik, Medientheorie und Werbekommunikation ist alles möglich.

Für mich war schnell klar, dass ich meine Arbeit im Bereich der Medienkommunikation und Medienanalyse ansiedeln will. Und um hier niemanden zu lange auf die Folter zu spannen: Ja, ich möchte über Social Media schreiben. Denn zwei Dinge, die mir einfach nicht aus dem Kopf gingen, waren Twitter und TV-Sender. Das mag zunächst daran liegen, dass Twitter bekanntlich mein Lieblingsnetzwerk ist und das vor allem dann, wenn ich fernschaue.

Schon lange folge und verfolge ich verschiedene TV-Sender auf Twitter und so habe nicht nur ich festgestellt: Fernsehen geht nicht mehr ohne Social Media. Der moderne Zuschauer von heute kommentiert, diskutiert und kritisiert das, was er gerade im Fernsehen sieht gemeinsam mit seiner Community. Dabei werden soziale Netzwerke längst nicht nur als Verlängerung von TV-Inhalten gesehen: Auch wenn der Fernseher nicht läuft, will der Nutzer von seinen Lieblingssendern stets auf dem Laufenden gehalten werden. Natürlich sind auch die TV-Sender selbst auf diesen Trend aufmerksam geworden und integrieren Social Media mehr und mehr in ihren Marketing-Mix. Twitter ist in diesem Zusammenhang ein besonders beliebter Kanal bei den Zuschauern. Sie wollen hier aktuelle Nachrichten erhalten, Hinweise zum Programm bekommen oder gemeinsam über den Tatort zwitschern. Die meisten deutschen TV-Sender haben deswegen schon längst ihren eigenen offiziellen Twitter-Account. Aber wie genau und zu welchem Zweck nutzen ZDF, RTL & Co. eigentlich dieses Medium?

Das könnte man doch eigentlich mal untersuchen… Und siehe da, es scheint, als wäre ich auf der richtigen Spur: Masterarbeit, Twitter und Fernsehen, das passt! Es ist ein besonders aktuelles und gleichzeitig noch recht unerforschtes Themenfeld. Außerdem passt es zu mir und meinen Neigungen.

In meiner Arbeit untersuche ich nun Tweets von deutschen TV-Sendern auf ihre Hauptnutzungsmotive. Ich möchte herausfinden, zu welchem Zweck das Medium genutzt wird und ob sich in 140 Zeichen beispielsweise Unterschiede in Themenwahl oder Funktion feststellen lassen. Um das ganze noch spannender zu gestalten, vergleiche ich dazu Twitter-Nachrichten von zwei öffentlich-rechtlichen und zwei privaten Sendern. Es ist durchaus denkbar, dass sich aufgrund der unterschiedlichen Zielgruppen und inhaltlichen Ausrichtung der Sender interessante Differenzen ergeben. Meine Untersuchungskriterien basieren dabei auf Theorien der Text- sowie der Hypertextlinguistik – aber das ist nochmal ein anderes Thema.

Mein Dozent hat mir letzte Woche sein „Go“ gegeben, was heißt: Ich kann sofort loslegen. Und das werde ich auch tun, denn 80 Seiten schreiben sich nicht von alleine. Und wenn ich mit der Arbeit fertig bin, kann ich auch endlich Vollzeit bei Social Media Aachen einsteigen.

Mona Amon