25.10.11 | Öcher Unternehmen im Web 2.0: 100’5 Das Hitradio
Weiter geht es mit unserer Reihe Öcher Unternehmen im Web 2.0. Zugegeben – 100’5 ist kein Öcher Unternehmen, dennoch wollen wir heute den Blick über den Tellerrand nach Eupen wagen. Damit steht, nach Antenne AC, ein weiterer Radiosender der Region auf dem Social Media Prüfstand. Da Radiobetreiber ihre Hörer stets direkt ansprechen, Mitmach-Gewinnspiele anbieten oder sogar Telefon-Radio-Talks veranstalten, liegt es nahe, sich auch im Web 2.0 zu engagieren und die zeitnahe Kommunikation mit den Hörern zu suchen.
Los geht’s: Ein Besuch der Startseite der Homepage führt via Social Plugin dann auch direkt zu Facebook. Andere Social Media Icons sind nicht auf den ersten Blick zu finden, doch nach genauer Suche haben wir schließlich eine Verlinkung zu Twitter & YouTube entdeckt, und zwar gut versteckt unter den Links zu Impressum, Kontakt etc. – aber dazu später mehr.
Bei Facebook springt zunächst das simpel gehaltene Logo ins Auge. An dieser Stelle könnte man beispielsweise ein Profilbanner mit Hinweisen zu aktuellen Partys platzieren, da diese auch auf der Startseite der Website beworben werden. Eine Landing Page, die dazu auffordert, ein Fan der 100’5-Community zu werden, ist leider nicht vorhanden. Hier wird sicherlich Potenzial verschenkt, obschon beachtliche 13.131 Personen Fan der Seite sind (Stand: 18.11.11). Individuelle Apps oder ein Veranstaltungsreiter sind ebenfalls nicht zu finden. Im Foto-Reiter finden sich indessen mehrere kleine Alben, die alle – genau wie die Fotos selbst – ordentlich beschriftet sind und zum Durchstöbern einladen. Im Zentrum steht dabei meist das Moderatorenduo Hofe & Nienchen. Ergänzt werden die Fotos durch zahlreiche Uploads der Hörer.
Nach kleineren Mankos jetzt aber zum großen Lob der Facebook-Seite: Die Interaktion mit den Fans ist vorbildlich! Das liegt natürlich in der Natur der Lokalsender, die seit jeher von der direkten Kommunikation mit den Hörern leben. So können radioaffine Menschen vielleicht bestätigen, dass sich das Gefühl eines eigenen Haussenders einstellt, wenn man jeden Tag mit 100’5 (oder einem anderen regionalen Pendant) aufwacht, zur Arbeit fährt, anschließend in den wohlverdienten Feierabend und den Sender noch einmal zum Einschlafen einschaltet. Die Kommunikation erstreckt sich dabei von Liedwünschen, über Nachfragen zu Blitzerstandorten bis hin zu Anfragen, wo was in der Region zu finden ist. Die Themen sind sehr vielschichtig. Dabei wird die Seite größtenteils von den Postings der Fans getragen. Ist aber 100’5 direkt gefragt, antwortet man zügig.
Nun zu YouTube: Zwar gibt es nur 113 Abonnenten, aber über 189.000 Abrufe der einzelnen Videos. Insgesamt ist der der Kanal gut bestückt, jedes Video ist mit dem 100’5 Logo getagt. Gezeigt werden meist Interviewvideos, die mit den Aktionen des Senders in Verbindung stehen. Durch visuelle Medien wird also die Identifikation mit dem Sender und/oder dem Moderator zusätzlich gestärkt. So ergibt sich, gemeinsam mit den beworbenen Events auf der Homepage und diskussionsfreudigen Facebook-Community ein stimmiges Gesamtbild. Man hat den Eindruck, mit Infos aus einem Guss versorgt zu werden.
Bei Twitter sieht das Ganze allerdings anders aus: Zu finden ist ein verwaister Account – ohne Logo, ohne Design, ohne aktuelle Inhalte. 224 Geisterfollower finden sich, eine hohe Tweetfrequenz ist bis genau zum 01.09.2026 zu sehen. Danach folgte kein einziger Tweet mehr. Auch wenn es gute Gründe für das Einstellen gegeben haben mag, sollte hier entweder dringend nachgebessert oder der Kanal gelöscht werden.
Insgesamt hat 100’5 einen gelungenen Social Media Auftritt, allerdings mit einigen strategischen Schwächen. Wenngleich Twitter vernachlässigt wird, ist der YouTube-Kanal zufriedenstellend gepflegt. Darüber hinaus würde eine professionelle Überarbeitung der Facebook-Fanpage gut tun, zumal so auch besondere Aktionen über eigene Apps promotet werden könnten. Das große Plus von 100’5 sind aber sicherlich die Fans, welche die Kommunikation auf Facebook überwiegend tragen.
Uns bleibt festzuhalten: Durch die Präsenz in sozialen Netzwerken und die zeitnahen Reaktionen des Radiosenders vermag das Hitradio die Loyalität seiner Hörer zu stärken. Vielleicht findet so auch der ein oder andere neue Hörer den Weg zu 100’5.
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