Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul – oder etwa doch? Von Bio-Limonade über Haarshampoo bis hin zu Duftkerzen und Waschmittel, in ihren Blogs berichten sogenannte Produkttester über ihre Erfahrungen und kommentieren, was das Supermarktregal hergibt. Um die zu bewertenden Artikel zu erhalten, müssen die Blogger häufig nicht einmal selbst durch die Läden ziehen. Denn zahlreiche Unternehmen haben Produkttests fest im Marketing-Mix verankert und kontaktieren ausgewählte Multiplikatoren direkt. Sie verschicken Gratisproben an einflussreiche Konsumenten, damit ihre Produkte in Blogs bewertet und – bei Gefallen – mitbeworben werden.

Was scheinbar als Hobby besonders konsumfreudiger Internetnutzer anfing, entwickelte sich schnell zu einem bewährten Marketing- und PR-Instrument. Mitmach-Marketing bringt eben Vorteile mit sich: Produkttests steigern beispielsweise die Markenbekanntheit und Auffindbarkeit in Suchmaschinen, sie gelten als besonders glaubwürdig und können zur Absatzsteigerung beitragen. Verkaufsfördernd wirken Produkttests einmal mehr, wenn den beteiligten Bloggern eine hohe Authentizität zugeschrieben wird. Internetnutzer trauen den Bewertungen von Bloggern in der Regel, weil sich diese gemeinhin auch kritisch mit Sachverhalten und Produkten auseinandersetzen. Ist ein Blogger aber von einem Artikel überzeugt und empfiehlt diesen seiner Leserschaft, können dadurch im Idealfall neue Kunden gewonnen werden.

Gleichzeitig erhält das Unternehmen wertvolles Feedback. Lässt man den Bloggern freie Hand in der Produktbewertung und nimmt deren Anregungen auf, kann das eigene Produkt optimiert werden. Schließlich ist es für den Erfolg einer Marke essentiell, die Wünsche und Vorlieben der Komsumenten zu kennen und zu berücksichtigen. Damit der Produkttest aber zu einem Erfolg wird, ist unter anderem das 1 x 1 der Blogger Relations einzuhalten. Mit Fingerspitzengefühl und einem gewissen Maß an Einfühlungsvermögen wird die eigene Testerkampagne dann bei der bloggenden Zielgruppe sicherlich Anklang finden.