In der Web-2.0-Ära folgt das Marketing nicht länger einer reinen Top-Down-Logik. Vielmehr haben „Otto-Normalverbraucher“ die Möglichkeit, ihre Meinungen zu Dienstleistungen und Produkten öffentlich zu äußern. Deshalb ist es für Unternehmen besonders wichtig, sogenannte Influencer zu identifizieren. Es geht also darum, solche User zu finden, die ihre echte Meinung als Konsument online mit der Community teilen und dabei Resonanz finden. Diese sollen sodann gezielt angesprochen werden, um sie letztlich aktiv in die eigene Marketingaktivität einzubinden. Doch wie kann man den Einfluss des einzelnen Nutzers tatsächlich feststellen?

Ausgehend von dieser Frage tauchten in letzter Zeit verschiedenste Social Scoring Plattformen auf. Sie versprechen Unternehmen, beim Auffinden der Influencer behilflich zu sein. Aber kann man den sozialen Einfluss, den ein User auf die Community ausübt, wirklich mithilfe eines mathematischen Algorithmus messen?

Eine jüngst veröffentlichte Studie von ArCompany und SenseiMarketing verdeutlicht, dass zumindest Unternehmen nicht ganz davon überzeugt sind. Denn nur 4,9% vertrauen diesen Plattformen vollständig. Obschon Influencer bereits heute eine bedeutende Rolle in Kampagnen spielen und in Zukunft noch mehr an Relevanz gewinnen, nutzen 61% der befragten Unternehmen nicht Social Scoring Plattformen als Hauptwerkzeug, um diese zu identifizieren. Heißt das, dass diese wirkungslos wären? Nein, das nicht. Immerhin sind knapp 70% davon überzeugt, dass Dienste wie beispielsweise Klout.com bei der Vorsondierung helfen, halten aber trotzdem die manuelle Suche im Anschluss für notwendig.

Dies verdeutlicht einmal mehr: Social Media Marketing ist mit viel Arbeitsaufand verbunden. Zwar können Plattformen anzeigen, welche User besonders aktiv und beliebt sind, die Content-Auswertung muss aber dennoch händisch erfolgen. Nur so können Unternehmen dann auch tatsächlich sicher sein, einen einflussreichen Meinungsbildner lokalisiert zu haben.