Öcher Unternehmen im Web 2.0: Grünenthal GmbH
Aachen ist nicht nur Wissenschaftsstadt, sondern auch Sitz eines pharmazeutischen Unternehmens, mit dem wir uns heute einmal genauer auseinandersetzen wollen: der Grünenthal GmbH.
Unsere Recherche führt uns zunächst auf die offizielle Homepage der Gesellschaft. Gleich zu Beginn werden wir durch ein freundliches Design begrüßt. Ein auf der Startseite eingebundener Slider zeigt verschiedene Bilder, die Grünenthal als ein modernes Pharmaunternehmen präsentieren. Dabei werden Forschung und Entwicklung besonders in Szene gesetzt, denn damals wie heute ist F&E eine tragende Säule der Unternehmensphilosophie. So verwundert uns auch nicht, dass der Konzern sein Forschungsaktivitäten auf der Homepage als »Herz des Unternehmens« bezeichnet.
Darüber hinaus legt Grünenthal seinen Schwerpunkt im Online-Auftritt auf die Betonung des sozialen Engagements. Diverse Initiativen, die vom Unternehmen unterstützt werden, finden sich auf der Webseite. Dadurch erzeugt der Pharmahersteller ein sympathisches Bild von sich. Er vermittelt der virtuellen Öffentlichkeit den Eindruck, eine besondere Firma zu sein — besonders, weil sie von Begeisterung und Leidenschaft lebt. Umso erstaunlicher ist es, dass das Unternehmen im Bezug auf Social Media nahezu vorsintflutlich agiert. Social Plugins sucht man auf der Grünenthal-Homepage vergeblich.
Selbstvertändlich haben wir uns aber trotzdem weiterhin auf die Suche nach sozialen Netzwerken & Co. gemacht. Dabei mussten wir feststellen, dass beispielsweise weder ein Twitter- noch ein Flickr–Account existiert und bis auf einen spanischen YouTube Kanal mit drei veröffentlichten Videos, lässt sich auch hier nichts Nennenswertes vorfinden. Zwar ist eine Facebook-Fanseite vorhanden, allerdings handelt es sich dabei lediglich um einen automatisch generierten Wikipedia-Artikel über das Unternehmen. Schade ist diese mangelnde Präsenz auf Facebook inbesonders, weil Grünenthal gerade in Bezug auf die Aus– und Weiterbildung junger Wissenschaftler sehr engagiert ist. Ein entsprechendes Employer Branding in sozialen Medien, welches diese Ambitionen unterstreichet, wäre dem Bekanntheitsgrad des Unternehmens sicher zuträglich. Denn gerade über Social Media Plattformen ließe sich ein hervorragendes Online Reputation Management betreiben.
Jenseits davon ist Grünenthal in B2B-Netzwerken als Unternehmen durchaus vertreten. Auch eine Vernetzung der Mitarbeiter mit dem Unternehmensprofil ist vorhanden, wobei die Anzahl der vernetzen Mitarbeiter deutlich kleiner ist, als die Zahl der tatsächlichen Mitarbeiter. Von rund 4.900 Beschäftigten sind knapp 500 bei Xing und 940 bei LinkedIn zugeordnet.
Als logische Schlussfolgerung fehlt dem Pharmahersteller der Schritt in die Social Media Welt, um vor allem auf die Job– und Karrieremöglichkeiten bei Grünenthal aufmerksam zu machen und neue Leute zu rekrutieren. Eine dynamische Außendarstellung auf Social Media Plattformen könnte zur Mitarbeiterrekrutierung und –bindung beitragen, vom positivem Imageeffekt ganz zu schweigen. Schade also, dass das Unternehmen dieses Potential noch nicht für sich entdeckt hat.