Traditionsunternehmen im Web 2.0: Konditoreien

Traditionsunternehmen und Web 2.0 – passt das überhaupt zusammen? Vielen scheint diese Kombination noch nicht ganz geläufig zu sein. Dabei birgt der Einsatz von Social Media gerade für alteingesessene Unternehmen ein immenses Potential. Da Aachen ja bekanntlich eine Stadt der Printen und Backwaren ist, haben wir uns heute gefragt, wie es eigentlich bei den Konditoreien auf Facebook so aussieht.

Unsere ersten Eindrücke diesbezüglich sind relativ ernüchternd, denn die meisten Aachener Konditoreien besitzen überhaupt gar keine Facebook-Präsenz! Ob Kickartz, Heidbüchel, Lammerskötter oder Middelberg: Wenn überhaupt existiert höchstens eine automatisch generierte Facebook-Places-Seite. Viel anders sieht es auch bei den namhaften Printenherstellern wie Nobis oder Klein nicht aus. Der Bäcker und Konditor Leo besitzt zwar einen offiziellen Facebook-Auftritt, allerdings ist hier außer ein paar vereinzelten Postings und Fotos nicht viel vorzufinden.

Wer jetzt denkt, dass andere Konditoreien besser positioniert sind, der irrt. Auch nach der bekannten Konditorei Coppenrath & Wiese sowie dem Marzipanhersteller Niederegger sucht man im Social Web vergebens.

Wir finden, dass dies wirklich verschenktes Potential ist! Denn gerade Traditionsunternehmen können durch eine gut geführte und kreativ gestaltete Facebook-Präsenz junge Zielgruppen erreichen und neben ihren Stammkunden auch eine verjüngte Fan-Base aufbauen. So gewinnen sie nicht nur Kunden, sondern können sich auch neu erfinden und ihr Image auf innovative Weise weiterentwickeln.

Außerdem können gerade Konditoreien über ihre Facebook-Seite Werbung für außergewöhnliche Torten-Kreationen oder besondere Angebots-Aktionen machen. Auch Umfragen zu neuen Gebäck-Wünschen sind möglich. Die Kunden könnten im Web 2.0 ganz im Mittelpunkt stehen und Torten nach ihren eigenen Vorlieben zusammenstellen.

Kleine Videos oder Fotos aus dem Arbeitsalltag der Konditoren verleihen den Unternehmen zudem Authentizität und geben ihnen ein Gesicht, was unmittelbar Sympathien erzeugen und mittelbar auch Auswirkungen auf den Verkauf haben kann. Durch Verlinkungen zu den entsprechenden Online-Shops können die Verkäufe sogar direkt gesteigert werden. Auch langfristig können sich die Traditionsunternehmen auf Facebook strategisch positionieren und zum Beispiel eigene Deals entwerfen. Denn wer freut sich nicht über kleine »Belohnungen« und kommt anschließend gerne wieder?

Kurzum: Traditionsunternehmen und Web 2.0 passen hervorragend zusammen — sie müssen nur den Schritt ins Social Web wagen und das bisher ausgeschöpfte Potential in vollen Zügen auskosten.